Klarer Fall von Liebesentzug

Nach dem Halbfinal-Aus gegen Dortmund sucht José Mourinho einen Klub, der ihn mehr schätzt als Madrid

  • Von Frank Hellmann, Madrid
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Wer in José Mourinho nur einen arroganten Angeber erkennt, wird ihm nicht gerecht. Warum sonst hätte der Trainer von Real Madrid kürzlich seinen Wagen bei der Ausfahrt aus dem »Ciudad Real Madrid«, dem bestens bewachten Trainingsgelände, abrupt abgebremst, als er am Rande einen gewissen Abel Rodriguez hocken sah. Ein Mexikaner, der in Kalifornien als Reinigungskraft arbeitet und auf eigene Kosten in die spanische Hauptstadt geflogen war, um jenen Verein besser kennenzulernen, den er Jahr für Jahr im Trainingslager in Los Angeles unterstützt. Als freiwilliger Helfer.

Mourinho erkannte ihn, vermittelte ihm nicht nur ein Zimmer, sondern verschaffte ihm Karten zum Clásico gegen Barcelona und nahm ihn als Zeugwart mit zum Champions-League-Spiel in Manchester. Der Portugiese hat diese Episode nie erzählt, doch der Mexikaner hat sie kürzlich der »Sports Illustrated« verraten.

Es gibt also zwei Seiten an dem Egomanen aus Setúbal...


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