Ausbildungskultur auf der Kippe

Immer weniger Betriebe in den ostdeutschen Bundesländern bilden aus

  • Von Harald Lachmann
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Das selbsternannte Wirtschaftsmusterland Sachsen liegt auf dem vorletzten Platz im Länderranking. Das Arbeitsamt in Leipzig versucht nun, mit »Speeddatings« Firmenchefs und Schulabsolventen unkompliziert in Erstkontakt zu bringen - offenbar nicht ganz erfolglos.

Der Osten stellt wieder ein. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag erwartet, dass in den Betrieben zwischen Ostsee und Erzgebirge allein 2013 rund 25 000 Arbeitsplätze entstehen. Doch wer soll sie besetzen? Fachkräfte sind auch hier langsam rar. Statt sich aber den Nachwuchs heranzuziehen, lassen ostdeutsche Unternehmen stärker noch als jene im Westen bei der Ausbildung die Zügel schleifen. Einzelhandelskaufleute oder Köche werden etwa im Maschinebau- und Autoland Sachsen deutlich mehr gesucht als Zerspaner und Mechatroniker.

Nicht einmal jeder sechste Betrieb im Osten qualifiziert noch sein eigenes Fachpersonal, heißt es im Bundesbildungsministerium. Das betrifft vor allem kleinere und Handwerksbetriebe. Dabei bilden sie hier mangels mittlerer und größerer Unternehmen das Rückgrat der Wirtschaft - bei der Beschäftigung und bei der Ausbildung.

Im Länderranking, das das Saarland mit einer Ausbildungsquote von 27,9 ...


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