Sie kamen in der Nacht ...

Arbeitskreis Sowjetexil erinnert an Opfer Stalinschen Terrors

  • Von Karlen Vesper
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Es war ein herrlicher Sommer 1937 in Leningrad. »Wir genossen die schönen Tage«, erinnert sich Ulla Schwartz. Doch als der Sommer vorbei ist, bricht unfassbares Unglück über das friedlich-fröhliche Gemeinschaftshaus in der Detskaja uliza 3 herein. »Nacht für Nacht kamen die NKWD-Leute und holten Nachbarn, Freunde und Bekannte meiner Eltern aus den Wohnungen.« Am 3. September wird der Vater von Ulla Schwartz verhaftet, die Mutter und der älteste Bruder werden in der Nacht des 4. November verschleppt. »Innerhalb von wenigen Wochen wurde aus dem Haus voller Leben ein Ort der Stille, der Trauer und der Angst.« Ulla Schwartz ist sechzehn, als ihr unbeschwertes Leben endet. Die deutsche Schule wird geschlossen, die Lehrer sind verhaftet. »Meinen Lebensunterhalt verdiente ich mir mehr schlecht als recht als so genannte Angehörige von Volksfeinden.«

Es ist wohl kein Zufall, dass die Tochter des deutschen Kommunisten und Drehers Rudolf...


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