Im Netz der Menschenseele

Berliner Wendewirren: Roland Lampes Roman »Seitenflügel«

  • Von Henry-Martin Klemt
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Kevin zu heißen, ist eigentlich Strafe genug, findet Kevin. Aber das ist beileibe nicht alles, was ihn sich elterlicher Umklammerung entreißen und in die Wendewirren Berlins hineinstolpern ließ. Kein Held und kein Anti-Held, ein junger Mann mit eher introvertierten Zügen, was in seiner Hinterhofbude keine heroischen Gefühle für den historischen Prozess aufkommen lässt, ihm aber auch nicht den Blick für die Alltagsdinge verklebt, mit denen die Kevins dieser Welt zurechtkommen müssen.

Roland Lampe, Jahrgang 1959, hat bereits mit mehreren Bänden kurzer Prosa auf sich aufmerksam gemacht. Mit seinem Romandebüt »Seitenflügel« knüpft er daran an, was diese Geschichten faszinierend macht: So präzise er Menschen und Situationen zu beschreiben versteht, so genau gelingen ihm die Psychogramme seiner Akteure. Mit wenigen Strichen zeichnet er sie in ihrer Vielschichtigkeit und Widersprüchlichkeit, ist ihnen gerade so fern und so nah, dass ...


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