Kaum Schutz vor Korruption in Redaktionen

Studie hält interne Regelwerke der Medienbranche für weitgehend unwirksam

  • Von Fabian Lambeck
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Über Korruption im Journalismus liest man selten etwas. Das liegt nicht nur daran, dass die Branche sich ungern selbst bloßstellt. Eine Kurzstudie zeigt nun, dass die entsprechenden Kontrollmechanismen in den Redaktionen nicht funktionieren

Journalisten sehen sich gern als Vierte Gewalt im Staate, deren edelste Aufgabe die Kontrolle von Politik und Wirtschaft ist. Doch was, wenn Journalisten sich kaufen lassen? Sind die internen Richtlinien bei Verlagen und Rundfunkanstalten ausreichend, um hier vorbeugen zu können? Der Journalistenverbund Netzwerk Recherche wollte es genauer wissen. Mit Hilfe der Organisation Transparency International (TI), der TU Dortmund und der gewerkschaftsnahen Otto-Brenner-Stiftung erstellte man die Kurzstudie: »Gefallen an Gefälligkeiten: Journalismus und Korruption«.

Kein einfaches Unterfangen, wie Jürgen Marten, stellvertretender Vorsitzender von Transparency Deutschland, bei der Vorstellung der Studie am Dienstag in Berlin betonte: »Es gibt in Deutschland keine strafrechtliche Definition für Korruption«. Und selbst da, wo es entsprechende Gesetze gebe, beträfen die »Strafnormen nur Amtsträger«, so Martens.

Haben Journalisten als...


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