Vor dem Epochenbruch

Warum die gegenwärtige Krise keine »normale« ist und was das für die Linke heißt

  • Von Manfred Sohn
  • Lesedauer: ca. 26.5 Min.

Kein Naturgesetz, keine nationale Lösung. Aber die Sackgasse ist da, meint Manfred Sohn und hofft, dass sich die Linke den Stürmen, die jetzt kommen, als würdig erweist. Ein Beitrag zur Debatte über Tiefe, Dauer und Perspektive der gegenwärtigen Krise - und was die Linke daraus machen sollte.

Als die bürgerliche Welt 2008 noch davon brabbelte, dies sei zwar eine schwere Krise, sie sei aber bald vorbei, haben verschiedene Kräfte auf der Linken das bestritten und zu Protokoll gegeben, dies sei in den Auswirkungen nur vergleichbar mit dem, was den großen Krisen von 1873 oder 1929 folgte. Diejenigen, die diese Position vertreten haben – der Autor dieses Artikels gehört dazu – haben sich zu korrigieren.

Es mehren sich die Anzeichen dafür, daß diese Krise nicht nur keine normale zyklische Krise ist, sondern daß sie anders als frühere große Krisen nicht zu einer anderen Variante des Kapitalismus führt. Im folgenden soll lediglich ein Satz begründet werden: Wir erleben in diesen Monaten und Jahren den Beginn der finalen Krise des kapitalistischen Systems.

Wir Linken haben uns angewöhnt, Angst vor diesem Satz zu haben. Zu oft haben wir »das letzte Gefecht« besungen, gekämpft und sind dann geschlagen von dannen gezogen,...


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