Das große Glitzern

»Glam! The Performance of Style« in der Frankfurter Schirn

  • Von Georg Leisten
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Hautenge Provokationen, grelle Schminke und Plateauschuhe. Es war David Bowie, der mit seinem Bühnenoutfit als androgyner Jung-Gott Ziggy Stardust zur bis heute unangefochtenen Ikone des Glam Rock aufstieg. Doch weit über die Popmusik hinaus wurde die neue Extravaganz, die Lust am Rollenspiel wie am sexuellen Identitätstausch in Westeuropa und in den USA zum Lebenskunstprojekt einer ganzen Generation zwischen dem Ende der 60er und der Mitte der 70er Jahre.

Ausgehend von Bowie, Brian Eno und Co. bündelt eine Schau der Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main die kulturgeschichtlichen Verästelungen der Glam-Ära, deren Kreißsaal in Wahrheit vielleicht nicht die Konzertbühnen, sondern die Kunstakademien waren. Bryan Ferry von Roxy Music jedenfalls sog schon während seines Studiums bei Pop-Art-Pionier Richard Hamilton jene ästhetische Grundüberzeugung der Postavantgarden auf, wonach Hoch- und Alltagskultur gleichwertig sind und auch ...


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