Ägyptens Linke formiert sich neu

Nationale Heilsfront vor dem Aus / Widerstand gegen Streikverbot und Lohnsperre

  • Von Oliver Eberhardt, Kairo
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Anfang Juli trug ein Großteil der ägyptischen Linken als Teil der Nationalen Heilsfront die Absetzung von Präsident Mohammad Mursi mit. Nun hat das Militär mit Unterstützung des Parteienbündnisses de facto die Macht übernommen - der linke Flügel ließ es geschehen und überlegt jetzt, die Heilsfront zu verlassen.

Abdel Fattah al-Sisi ist überall. Auf allen Kanälen. Und auch auf der Straße vor dem schmucklosen Gebäude im Zentrum von Kairo ist der Armeechef zu sehen, von Dutzenden Plakaten schaut Ägyptens starker Mann streng auf die Menschen, die auch an diesem Tag versuchen, das Beste aus ihrer Situation zu machen. Zumindest hier in Kairo glauben viele, dass er es richten wird. Drinnen, in dem grauen Betonbau, ist man sich da nicht so sicher, denn Kairo ist nicht überall. »Es ist eine sehr bedenkliche Entwicklung«, sagt ein Funktionär der Volksallianz, die hier mit Vertretern anderer linker Parteien zu einem Krisengespräch zusammen gekommen ist.

Im Herbst vergangenen Jahres hatten sie mit liberalen Parteien die Nationale Heilsfront gebildet, um einen Gegenpol zur Politik von Präsident Mohammad Mursi zu bilden. Deshalb unterstützte man auch die Tamarud-Bewegung und die Absetzung Mursis Anfang Juli - muss nun aber feststellen, dass der li...


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