Hassradio vor Gericht

Gegen zehn Betreiber eines Internet-Nazisenders läuft ein Prozess wegen Volksverhetzung

Peter Kirschey berichtet aus Berliner Gerichtssälen

Sie nennen sich »Gestapo«, »Volkszorn«, »Kommando Freisler«, »Landser«, »Sturm 18« oder »Arische Wut«. Sie sind Hassbrüller der übelsten Art. In ihren Texten wollen sie »Kanaken« aufschlitzen, Juden grillen, den »Roten« das Fleisch vom Leibe reißen. Sie schreien das Horst-Wessel-Lied, schwören auf Adolf Hitler und sehnen die gute alte Nazizeit wieder herbei. Keine Ekelhaftigkeit fehlt, es fließt das Blut, die »Sänger« gehen über abgeschlachtete, aufgeschlitzte, mit Benzin verbrannte Leichen - eine Orgie in Nazi-Fäkalsprache. Im Internet gibt es Radiosender, die solche Orgien feiern und die Hasspropaganda weiterreichen. Darunter war auch »Irminsul«, was für eine große altgermanische Kultsäule steht. Er wurde im Sommer 2011 vom Staatsschutz abgeschaltet. Seit vergangenem Freitag steht eine zehnköpfige Gruppe vor Gericht.

Die Anklage wiegt schwer: Bildung krimineller Vereinigungen, Volksverhetzung und Verbreitung von Naz...


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