Kaffeesatzleserei der Demoskopen

Bundestagswahl: Meinungsforscher und Zauderer fürchten den 22. September

  • Jürgen Amendt
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Jörg Schönenborn, Gottvater der Wahlumfrage, war vor einer Woche sichtlich irritiert. Wer denn das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem Herausforderer Peer Steinbrück gewonnen habe, sollte Intratest dimap für Schönenborn, respektive ARD, ermitteln. Mit 49 zu 44 Prozent habe der SPD-Kandidat obsiegt, lautete die Antwort der Demoskopen. Die Forschungsgruppe Wahlen kam für das ZDF allerdings auf das umgekehrte Ergebnis: Merkel siegte hier mit 40 zu 33 Prozent.

Welches Ergebnis war nun das richtige? Es komme auf die Frage an, die man den Zuschauern stelle, erklärte Schönenborn. Das ZDF habe nur die Wahl zwischen Merkel und Steinbrück gelassen, bei der ARD durften die Zuschauer noch ein »Unentschieden« nennen. Von den »Unentschiedenen« beim ZDF hätten, so Schönenborns Vermutung, viele für Steinbrück votiert, hätte man ihnen die ARD-Fragen vorgelegt. Hätte, hätte ... Was man früher Kaffeesatzleserei nannte, heiß...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.