AfD, Du Opfer!

Die rechts-wirtschaftsliberale Partei fordert den »Mut zur Wahrheit«, glänzt diesbezüglich aber durch Feigheit

  • Von Marcus Meier
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Die Liste der angeblichen Straftaten, die die Alternative für Deutschland (AfD) erlitten haben will, ist lang: Sie reicht von der Zerstörung von Plakaten über brutale Messer- und Pfefferspray-Attacken auf ihre Kandidaten bis hin zu einem Brandanschlag auf das Haus eines AfD-Politikers. Die Schar der »Täter« ist bunt: Linke, Grüne, eine Sparkasse und der Vorsitzende der Deutschen Katholischen Bischofskonferenz.

Nun also auch das Kölner Landgericht! Das untersagte dem AfD-Bundesvorsitzenden Bernd Lucke frecherweise die freie Meinungsäußerung, nämlich den Vorwurf, das Meinungsforschungsinstitut Forsa manipuliere Wahlumfragen zu Ungunsten der AfD. Konkret darf Lucke nicht mehr behaupten, dass die AfD in den Rohdaten von Forsa »deutlich über fünf Prozent« liegt.

»Die Forschungsinstitute nutzen den Spielraum der statistischen Analyse, um uns kleinzurechnen«, hatte Lucke in einem Interview getönt. Doch Forsa setzte eine einstweilige Verfügung gegen »Lügen-Lucke« (so Forsa-Boss Manfred Güllner) durch. Nun droht Lucke im Wiederholungsfall ein Ordnungsgeld von einer Viertelmillion Euro. Dabei prahlte der Ökonomie-Professor doch damit, »eindeutige Hinweise von Mitarbeitern der Wahlforscher« zu besitzen...

Die Rede ist von jenem Bernd Lucke, der Ende August auf einer Wahlkampfveranstaltung in Bremen von zwei exakt zwei vermummten Personen...


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