Der Erste Weltkrieg und die Schuldfrage

Neue geschichtspolitische Debatten um Gründe für den Kriegsausbruch

  • Von Marcus Meier
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Knapp hundert Jahre nach Beginn des ersten Weltkrieges steht die Kriegsschuldfrage wieder auf der Tagesordnung. Aus Sicht des Militärhistorikers Wolfram Wette eine »hochgefährliche« Debatte.

Der Historiker Professor Wolfram Wette befürchtet eine geschichtspolitische Wende in 2014, dem Jahr, in dem sich der Beginn des ersten Weltkrieges zum einhundertsten mal jähren wird. Was die deutsche Hauptschuld an der »Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts« betreffe, sollen »die Köpfe erneut vernebelt werden«. Ähnlich wie in den Jahren zwischen den Weltkriegen, als die »Verteidigungslüge«, der zu folge das deutsche Reich sich lediglich gegen eine zaristische Mobilmachung zur Wehr setzte, ein reaktionäres Klima in Deutschland mitbeförderte.

Das sei hochgefährlich, warnte Wette auf der Fachtagung »Die Waffen nieder: 100 Jahre Erster Weltkrieg - Nichts gelernt?«, die im Rahmen des Bundeskongresses der Deutschen Friedensgesellschaft/Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG/VK) am Wochenende in Dortmund stattfand. Wette bezog sich dabei insbesondere auf den Erfolg des Buches »The Sleepwalkers« des Historikers Christopher Clark, das vor zwe...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.