«Anständige» und Fremdenfeindlichkeit

Biedenkopf warf ein Tagebuch auf den Markt Rassismus Von Werner Rügemer

Er ist konjunkturbeständig Deutschlands beliebtester Politiker, wenn man den Umfragen glauben darf. Kurt Biedenkopf gilt als Querdenker bis in grüne Kreise hinein. Er hat ein Renommee als langjähriger innerparteilicher Gegner Helmut Kohls. Seit einem Jahrzehnt ist er Ministerpräsident in Sachsen, bei den Landtagswahlen in seinem Freistaat sind für «König Kurt», wie er sich recht gern nennen lässt, Traumergebnisse nahe an sechzig Prozent sicher.

Der Berliner Siedler Verlag veröffentlichte vor kurzem Biedenkopfs «Ein deutsches Tagebuch. 1989-1990». In dem dicken Wälzer von 450 Seiten beschreibt «König Kurt» seinen Weg vom Fall der Mauer bis zu seiner Wahl als sächsischer Ministerpräsident. Während der letzten Wochen des Wahlkampfs in Sachsen notierte er einen Traum:

«Wir wohnten in unserem Haus am Chiemsee ... Am hinteren Gartentor standen einige Menschen brauner Hautfar be ... Plötzlich kamen weitere Menschen in weißen Gewändern, zum Te...


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