»Sie werden es wieder versuchen«

Der Zerfall staatlicher Autoritäten führt in Syrien zu einem Anstieg der Geiselnahmen

  • Von Karin Leukefeld, Sweida
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Entführungen können heute in Syrien jeden treffen, meint Schafik Hamze. Er weiß, wovon er spricht, und auch, dass es nicht immer so glimpflich abgeht wie in seinem Fall.

Hier gibt es keine Regierung mehr, sagt Schafik Hamze. Bauern werden von den Feldern verschleppt. »Manche sind umgekommen, manche haben Geld bezahlt, aber wie lange soll das noch weitergehen? Die Menschen haben Angst und bestellen ihre Felder nicht mehr.« Als Reaktion haben die Drusen Selbstverteidigungsgruppen gebildet. Ausgerüstet mit leichten Waffen.

Der Ingenieur Schafik Hamze und seine Frau Gabriele waren gerade aus Damaskus zurückgekehrt, als er vor dem Haus ein Auto vorfahren hörte. Es war Ende August, erzählt er. Die Abenddämmerung senkte sich gerade über die weiten Feldern des Jabl, wie die Provinz Sweida im Südwesten des Landes von den Menschen dort genannt wird.

Vor 30 Jahren hatte der heute 76-jährige Hamze das schlichte Haus auf dem Land seiner Vorfahren gebaut, wo er seitdem mit seiner deutschen Frau Gabriele lebt. Versteckt in Oliven- und Obsthainen liegt das Anwesen. Über die Jahre war es für Freunde und ...


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