Zwei Bomben und ein verkohlter Vorhang

Das Landgericht Frankfurt am Main will heute das Urteil im Fall Sonja Suder verkünden

  • Von Kemal Kayankaya
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Die Anklage fordert drei Jahre und neun Monate Haft für die Achtzigjährige, die wegen Anschlägen der RZ auf die Atomindustrie und das Heidelberger Schloss vor Gericht steht.

Im Verfahren gegen Sonja Suder vor dem Landgericht Frankfurt am Main ist in den Medien oft vom »Terror-Prozess« die Rede. Dabei galten die Revolutionären Zellen (RZ) nie als Staatsfeind Nr. 1. Ihre Aktionen bezogen sich auf soziale Kämpfe, waren internationalistisch und richteten sich zuletzt gegen die rassistische Flüchtlingspolitik. Ein Großteil der über 300 Anschläge, die den Revolutionären Zellen zugerechnet werden, wurde nie aufgeklärt. Suder schweigt. Das ist womöglich einer der Gründe, warum das Gericht, trotz eklatanter Beweisnot, bisher an der Anklage festgehalten hat.

Am heutigen Dienstag könnte Suder freikommen: Das Gericht will nach mehr als einem Jahr Verhandlung ein Urteil verkünden. Der Staatsanwalt ließ in seinem Plädoyer Ende Oktober den schwerwiegendsten Vorwurf fallen, Suder habe den Überfall auf die OPEC 1975 in Wien unterstützt. Zu offensichtlich waren die Widersprüche zwischen den Angaben des Kronzeugen H...


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