Perfide Perfektion

München untersucht das Wirken der Stadtverwaltung in der NS-Zeit

  • Von Rudolf Stumberger, München
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Die bayerische Landeshauptstadt ist die erste deutsche Großstadt, die die Geschichte ihrer Verwaltung in der NS-Zeit untersuchen lässt. Ergebnisse gibt es bisher für das Gesundheits- und Sozialamt.

Das nationalsozialistische Regime fußte nicht nur auf Zwang und Gewalt, sondern auch auf der Zustimmung, Unterstützung und der »perfiden Perfektion der Bürokratie« in den Stadtverwaltungen, sagte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) bei der Vorstellung zweier Forschungsergebnisse zur Geschichte der Stadt in der NS-Zeit. München lässt als erste bundesdeutsche Großstadt in einem breit angelegten Forschungsprojekt die Rolle der Stadtverwaltung während der NS-Zeit untersuchen.

Die »Rassenpflege« - das war der ideologische Überbau für die Arbeit des Münchner Gesundheitsamtes im Nationalsozialismus. Oberstes Ziel war die »Erbgesundheit«, wozu Frauen, Männer und Kinder entweder als »fördernswert« und »erwünscht« beurteilt wurden - oder man sprach ihnen als »unerwünscht« das Recht auf Fortpflanzung und selbstbestimmte Lebensführung ab. Dann waren sie freigegeben zur rigorosen Verfolgung durch staatliche und städtische Gesund...


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