Wer regiert das Geld?

Zum Tode der Geldkritikerin Margrit Kennedy

  • Von Nicolai Hagedorn
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Wer die energische kleine Frau live erlebt hat, weiß, dass Margrit Kennedy es mit ihrem Engagement ernst meinte. Seit Anfang der 1980er Jahre kämpfte sie gegen die Auswüchse des Zinssystems, das sie als Grund des kapitalistischen Übels ausgemacht hatte. »Ich glaube, dass es in unserem Bildungssystem eine kleine Bildungslücke gibt«, erklärte sie 2011 in der NDR-Talkshow und verblüffte die anwesenden Prominenten mit der Frage, ob sie sich eher wöchentlich 1000 Euro auszahlen lassen würde oder einen Cent als Einstiegslohn, der sich von Woche zu Woche verdopple. 22,5 Billionen Euro verdiene man mit der zweiten Variante in einem Jahr.

Studiert hatte Kennedy Architektur. Sie arbeitete in den 1970ern u.a. für OECD und UNESCO in Nord- und Südamerika, promovierte in Pittsburgh und lehrte später an der Uni Kassel. Anlässlich der Internationalen Bauausstellung in Berlin 1977-87 leitete sie den Forschungsbereich Ökologie, Energi...


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