Leise und voll Leidenschaft

Am 2. Februar wäre Günther Rücker 90 Jahre alt geworden

  • Von Günter Agde
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Jede Geschichte, die Günther Rücker (1924-2008) erzählte, lebte von seinem unverwechselbaren Erzählerton: das leise, behutsame Wort, die sanfte Ironie, die aus dem Böhmisch-Deutschen seiner Heimat kam und von fernher mit Schwejk verwandt war und mit Joseph Roth, die genaue Benennung aller sozialer Grundierungen. Treffende, sinnlich-plastische Gestaltung der Lebenswelten und des Gedankenreichtums der sogenannten kleinen Leute machen den ästhetischen Kern seines Werkes aus, das er in gleichbleibender Güte in Hörspielen, die er auch mit höchstem Anspruch selbst inszenierte (»Porträt einer dicken Frau« 1971), und in schmaler, dichter Prosa ausbreitete (»Anton Popper« 1988).

Höhepunkte und Meisterleistungen seines Werks freilich bildeten seine Arbeiten für den DDR-Spielfilm. Er schrieb wichtige Szenarien für Spielfilme: u.a. für »Der Dritte« 1973, Regie Egon Günther, »Wolz, Leben und Verklärung eines deutschen Anarchisten...


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