Denkmalschutz stellt sich vor Wilhelm Pieck

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.
Die Denkmalpflege tritt für die Sanierung des Wilhelm-Pieck-Denkmals in Guben ein. Der CDU-Landtagsfraktion passt dieses Engagement nicht.

Denk mal an! 13 100 Objekte stehen in Brandenburg auf der Landesdenkmalliste. Angesichts dieser großen Zahl gebe es viel zu wenig Fördermittel für die Substanzerhaltung, im Bundesvergleich sei es die geringste Summe, beklagte das Landesamt für Denkmalpflege. 16 Objekte mussten im vergangenen Jahr abgebrochen werden, in acht Fällen seien die beschränkten finanziellen Möglichkeiten der Eigentümer verantwortlich gewesen.

Die Landtagsabgeordnete Anja Heinrich (CDU) rügte, in der vergangenen Woche im Kulturausschuss des Landtags sei von diesem fordernden Ton der Denkmalpflege wenig zu hören gewesen. Dabei wäre dies der richtige Ort dafür gewesen, denkt sie. Umso befremdlicher wirke es, wenn Landeskonservator Thomas Drachenberg für die 65 000 Euro teure Restaurierung des Wilhelm-Pieck-Denkmals in Guben werbe, »was bereits aus gesellschaftlicher Sicht bedenklich ist und es weitaus wichtigerer Investitionen im Denkmalschutz bedarf«, schimpfte Heinrich.

Der Abgeordnete Dieter Groß (LINKE) wies die Anschuldigungen gegen Landeskonservator Drachenberg »entschieden« zurück. »Die Verurteilung des Engagements von Dr. Drachenberg zur Rettung des Wilhelm-Pieck-Denkmals in Guben entbehrt jeglicher Grundlage und ist politisch verantwortungslos«, sagte Groß am Freitag. »Das Wilhelm-Pieck-Denkmal steht zu Recht auf der Liste der zu rettenden Denkmäler. In Guben gab und gibt es viele Menschen, die sich für den Erhalt des Denkmals des ersten und einzigen Präsidenten der DDR einsetzen. Die benötigten 65 000 Euro würden den endgültigen Verfall des Denkmals stoppen, was notwendig ist und keinen weiteren Aufschub duldet.«

Das Denkmal wurde am 3. Januar 1976 - zum 100. Geburtstag Wilhelm Piecks - in seiner Geburtsstadt Guben eingeweiht. Sie trug von 1961 bis 1990 den Beinahmen Wilhelm-Pieck-Stadt.

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