Unheimliche Untermieter

Auswirkungen von Candida-Pilzen im Darm sind unter Medizinern heftig umstritten

  • Von Angela Stoll
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Bei etwa 70 Prozent aller gesunden Erwachsenen findet man Pilze im Darm, vor allem Candida albicans. Für kranke Menschen, etwa Aids- oder Intensiv-Patienten, können sie allerdings gefährlich werden.

»Pilze im Darm« gehören zu den ganz normalen »Untermietern« des Menschen. Einige Arten, darunter der Hefepilz »Candida albicans«, siedeln auf der menschlichen Haut und den Schleimhäuten, ohne krank zu machen. »Wir leben im Einklang mit Candida«, sagt der Vorsitzende der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft, Prof. Martin Schaller. Andere Mikroorganismen, allen voran Laktobazillen, seien ihre natürlichen Gegenspieler. Erst wenn sich diese Balance ändert - etwa durch eine antibiotische Behandlung - »übernimmt der Pilz das Regiment«, wie der Tübinger Dermatologe erklärt. Dann kann es zu juckenden und nässenden Rötungen an Haut oder Schleimhäuten kommen. Sie werden meist lokal mit einer antimykotischen Creme behandelt und sind lästig, aber in der Regel harmlos.

Auch im Darm kann der Pilz überhand nehmen, etwa wenn ein Patient ein stark geschwächtes Immunsystem hat oder lange Antibiotika einnehmen musste. Prof. Ulrich Fölsch...


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