Wie in Polen die Angst verwaltet wird

Rechtsstaat im »Fall Trynkiewicz« auf dem Prüfstand

  • Julian Bartosz, Wroclaw
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Nach 25-jähriger Haft wurde in Polen ein vierfacher Kindermörder auf freien Fuß gesetzt. Der »Fall Trynkiewicz« erregt die Öffentlichkeit seither aufs heftigste.

Am 11. Februar durfte Mariusz Trynkiewicz die Strafanstalt in Rzeszów verlassen. Erst am 3. März soll das Gericht über den Antrag der Gefängnisdirektion befinden, ob der Sexualstraftäter, der nach ihrer Ansicht eine Bedrohung für die Gesellschaft darstellt, in der für »solche« Täter eingerichteten Psychiatrie in Gostynin isoliert wird. Inzwischen steht Trynkiewicz - entgegen einer Klage seines Rechtsvertreters - unter scharfer Kontrolle. Innenminister Jakub Sienkiewicz informierte die Nation darüber, dass 25 Polizisten jeden Schritt des Mannes überwachen. Sie beschützten nicht nur die Gesellschaft vor der »Bestie aus Piotrkow«, sagte der Minister, sondern auch Trynkiewicz selbst.

Er war 1989 wegen vierfachen Kindermordes zum Tode verurteilt worden, kam jedoch mit dem Leben davon, weil die Regierung Mieczyslaw Rakowskis 1988 ein Moratorium für die Vollstreckung der Todesstrafe beschlossen hatte. Durch das seit 1997 geltende neu...


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