Anfang vom Ende des freien Netzes

Das Ringen in der EU um die Netzneutralität geht in eine entscheidende Runde

  • Von Guido Speckmann
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Als die Telekom vor einem Jahr ankündigte, den Internetverkehr zu drosseln, war der Aufschrei groß. Doch jetzt droht ein Zwei-Klassen-Internet per EU-Gesetz - die Proteste fallen bisher spärlich aus.

Seit Edward Snowden die Bühne der Öffentlichkeit betreten hat, sind alle Augen auf den »bösen« US-amerikanischen Überwachungsstaat gerichtet. Weitgehend unbeachtet blieb daher, was sich in den Niederungen der europäischen Lobbykanäle tat. Vertreter großer Internetanbieter legten sich mächtig ins Zeug, um ein Prinzip auszuhebeln, welches die Grundlage für die Herausbildung des Internets, wie wir es heute kennen, war: die sogenannte Netzneutralität. Am Montagabend wird über einen Vorschlag der EU-Kommission im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie des EU-Parlaments abgestimmt.

Netzneutralität besagt, dass alle Daten im Internet gleichberechtigt behandelt werden - unabhängig davon, von wem die Daten stammen, wer sie transportiert und wer sie empfängt. De facto heißt das, dass die Bits und Bytes großer Internetkonzerne wie Google oder Facebook genauso schnell durch die Datenautobahnen geleitet werden wie die privater Blog...


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