»Lösung« bleibt umstritten

Der Senat ist am Zug: Nur für 120 der 470 Menschen vom Oranienplatz gibt es Heimplätze

  • Von Marina Mai
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Die CDU drängt auf freiwillige Räumung, die Kirchenverbände auf weitere Gespräche. Selbst wenn eine Mehrheit der Flüchtlinge der Einigung zustimmt, ist ein Abzug vom Oranienplatz nicht in Sicht.

Einen Tag nachdem der Senat eine Einigung mit den Flüchtlingen zur freiwilligen, friedlichen Räumung des Oranienplatzes verkündete, bleiben die Zweifel, ob es diese Räumung tatsächlich geben wird. Auf dem Oranienplatz wurde am Mittwochvormittag weiter an Bretterbuden gesägt und gehämmert. »Ich bekomme nur eine Duldung«, sagte ein Nigerianer mit düsterer Miene. »Ich habe in Libyen als Ingenieur gearbeitet und will hier auch arbeiten.« Eine Gruppe Männer sitzt auf einer Bank und diskutiert. »Nur ein Teil von uns wird eine Duldung bekommen. Was passiert mit den anderen?« »Wir sind Brüder«, wirft ein Mann ein. »Und wir wollen alle zusammen in Deutschland bleiben.« Ein Dritter sagt: »Wer eine Duldung bekommen will, muss die Zelte der anderen abbauen. Aber wer zerstört denn seinem Bruder das Zelt?« Denjenigen, die den Vertrag mit dem Senat unterschrieben haben, wird unterstellt, das Papier nicht richtig gelesen zu haben. Oder wahlweise au...


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