Ziel Nummer eins ist der Landtag

Grüne nominierten Kandidaten und beschlossen Programm für die Wahl am 14. September

Mit der überraschend deutlich zur Spitzenkandidatin gekürten Landtagsabgeordneten Ursula Nonnemacher wollen die Grünen den Wiedereinzug ins Parlament schaffen.

Mit 59 Stimmen kürten die Grünen am Sonntag ihre Landtagsabgeordnete Ursula Nonnemacher zur Spitzenkandidatin für die Landtagswahl am 14. September. Die Parlamentarische Geschäftsführerin Marie Luise von Halem erhielt von den Delegierten in Strausberg nur 24 Stimmen. 13 Stimmen entfielen auf die dritte Bewerberin Elke Seidel.

Dieses deutliche Ergebnis hatte Nonnemacher selbst nicht erwartet. Sie kündigte begeistert an, dafür streiten zu wollen, dass die Grünen gestärkt wieder ins Parlament einziehen. Dies wird aber keinesfalls ein Spaziergang. Vor fünf Jahren hatten die Grünen 5,7 Prozent der Zweitstimmen erhalten. In der jüngsten Umfrage werden sie nun bei sechs Prozent gesehen. Seit 2009 konnte die stets mit einem Hang zur Besserwisserei auftretende Ökopartei, deren Politik ideal auf ihre Klientel zugeschnitten war, neue Mitglieder gewinnen. Trotzdem sind die jetzt fast 1000 Parteifreunde immer noch eine bescheidene Basis. Sie dürfen sich keineswegs sicher fühlen, im September die die Fünf-Prozent-Hürde zu meistern. »Die größten Bedrohungen für die menschliche Zivilisation sind der Klimawandel und der Verlust der biologischen Vielfalt. Eine Trendwende gibt es nur mit uns«, gab sich Fraktionschef Axel Vogel kämpferisch.

Spitzenkandidatin Ursula Nonnemacher gehört zu den Landtagsabgeordneten der Grünen, die aus Westdeutschland stammen und reklamierte deswegen ausdrücklich für sich und ihre Parteifreunde, das Land Brandenburg zu kennen und zu lieben. Sie wies dazu Anschuldigungen des SPD-Generalsekretärs Klaus Ness zurück, der ebenfalls aus dem Westen kommt. Als einzige Ostdeutsche wurde 2009 Sabine Niels für die Grünen in den Landtag gewählt. Als Ostdeutscher kam dann noch Christoph Schulze hinzu, der von der SPD in die Fraktion der Grünen wechselte.

Keine neuen Braunkohletagebaue und keine Massentierhaltung - das sind Forderungen aus dem Wahlprogramm der Grünen. Die Delegierten haben es am Sonnabend in Strausberg mit 95 Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen beschlossen. »Die breite Zustimmung zeigt, dass die Partei in Brandenburg auf einem einheitlichen Fundament steht«, sagte der Fraktionsvorsitzende Vogel.

Der Landesvorsitzende Benjamin Raschke erklärte, Ziel Nummer eins sei es, den Wiedereinzug in den Landtag zu schaffen und das Wahlergebnis auf über sechs Prozent zu steigern. Dafür müssten mindestens 100 000 Zweitstimmen geholt werden. Vor fünf Jahren hatten die Grünen rund 80 000 Stimmen erhalten.

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