Pinseln am Hitler-Bärtchen

Wolfgang Hübner über Schäubles schiefen Putin-Hitler-Vergleich und die billigste Variante von Propaganda

  • Wolfgang Hübner
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.
Wolfgang Hübner ist stellvertretender Chefredakteur von »neues deutschland«.

Nein, natürlich hat er das nicht so gemeint. So ist es ja nachher immer. Und außerdem hat er es ja selbst betont: Man müsse den Russen sagen, »wir vergleichen euch mit niemand, aber ihr müsst wissen, das geht nicht«. So wird Finanzminister Wolfgang Schäuble aus einem Gespräch mit Schülern zitiert. Um deutlich zu machen, wie er die Russen »mit niemand« vergleicht, hatte Schäuble zuvor zum Vorgehen Russlands auf der bis neulich noch ukrainischen Halbinsel Krim erklärt: »Solche Methoden hat schon Hitler im Sudetenland übernommen.«

Seitdem wird wieder lang und breit über den Nazivergleich diskutiert, den jeder, der halbwegs bei Troste ist, lieber bleiben lässt. Denn solche Nazivergleiche, die als Dumm-Dumm-Geschosse im plumpen politischen Meinungskampf eingesetzt werden, sind eigentlich immer falsch: Sie werden dem Gegenstand der aktuellen Kritik nicht gerecht und beleidigen immer aufs Neue die Millionen Opfer des Hitlerfaschismus...


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