GenossInnen, raus aus der Reputation!

Promovieren geht über studieren - aber auch über Aktivismus?

Ist die Akademisierung der Kritik eine Antwort im Spannungsfeld zwischen proletarischem Habitus und bürgerlicher Reputation? Eher nicht.

Markus Mohr wurde in der letzten Zeit immer mal wieder als alter Kommunist angesprochen, versteht sich aber in diesen Momenten als junger Autonomer. Er lebt von den Leistungen der Arbeitsagentur, die umgangssprachlich nach einem Straftäter benannt sind.

Es geht das Gerücht: Nachdem eine Vielzahl von höherrangigen Stasi-Offizieren sich zu sogenannten »Kollektivdissertationen« an der Hochschule Golm bei Potsdam zusammenschließen und ein bisschen »für lau« – wie man so sagt – ihren Doktor schießen konnten, soll das den Weddinger Arbeiterjungen Erich Mielke zu der Äußerung provoziert haben: »Ja, bin ich denn hier im Krankenhaus?« – Auch das eine mögliche Antwort im Spannungsfeld zwischen proletarischem Habitus und bürgerlicher Reputation. Wenn die Aussage so gefallen sein sollte, dann kann man dem grobschlächtigen Chef der Staatssicherheit allemal ein bisschen Humor mal nicht auf Kosten von Inhaftierten, sondern auf akademische Meriten attestieren.

Zwar fand das Mielkesche Krankenhaus-Bonmot in der Herbstausgabe 2013 der antifaschistisch-antideutsch inspirierten Theoriezeitschrift »phase 2« keine Verwendung. Der Schwerpunkt mit dem Leitartikel »Genossin in die Promotion!« schlägt...


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