»Der Wald hat tausend Augen«

Allein in Rheinland-Pfalz gibt es 30 000 Wildkameras - problematisch auch für Wanderer

  • Von Jens Albes, Mainz
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Im Wald fühlen sich viele unbeobachtet. Doch die Zahl der hier versteckten Fotofallen wächst rasant. Jäger wollen so erfahren, wann wo welches Wild unterwegs ist. Das alarmiert die Datenschützer.

Der alte Satz »Der Wald hat tausend Augen« bekommt eine neue Bedeutung: Nicht nur Tiere, sondern auch immer mehr Kameras beobachten Wanderer auf Waldwegen. Schon mehr als 100 000 Jäger haben in Deutschland Wildkameras illegal im Wald montiert, vermutet der rheinland-pfälzische Datenschutzbeauftragte Edgar Wagner. Allein in seinem Bundesland schätzt er ihre Zahl auf gut 30 000 - auf Basis der Verkaufszahlen von Discountern, die die technisch immer ausgefeilteren Fotofallen bereits für rund 100 Euro anbieten.

Wagner droht Jägern in Rheinland-Pfalz, die trotz Aufforderung ihre Kameras zur Beobachtung von Wild nicht entfernen, ein Bußgeld von 5000 Euro an. In der zweiten Jahreshälfte 2014 rechnet er mit ersten Gerichtsprozessen einiger weniger sich wehrender Jäger. »Wir sind bundesweit die ersten, die eine Bußgeldhöhe festgelegt haben«, sagt der Leiter Privater Datenschutz in Wagners Behörde in Mainz, Stefan Brink. »Ein Prozess be...


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