»Rache« mit Messern und Fäusten

Bewohner der Dominikanischen Republik nehmen immer öfter die Strafverfolgung in die eigenen Hände

  • Von Hans-Ulrich Dillmann, 
Santo Domingo
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Lynchmorde sind in Santo Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik, keine Seltenheit. Oft werden Menschen für kleine Vergehen von einer aufgebrachten Menschenmenge umgebracht.

Zwei Dieben wurde in diesen Tagen ein Straßenraub zum Verhängnis. Passanten vereitelten in Villa Mella einen Überfall. Unmittelbar danach stürzte sich eine wütende Menschenmenge in der Vorstadt von Santo Domingo mit Knüppeln und Macheten auf die Männer. Einer der beiden nach wie vor unbekannten Männer starb an seinen schweren Verletzungen.

Zehn Tage vor diesen Angriffen wurde Lounis Jean in La Victoria gelyncht. In dem 50 Kilometer von Santo Domingo entfernt liegenden Dorf hatte der 37-jährige haitianische Migrant zuvor seine 18 Jahre alte Frau verprügelt und danach das gemeinsame Kind erstochen. Mit Messer und bloßen Fäusten töteten die Nachbarn den Täter.

Das sind zwei Fälle in nur zwei Wochen. Aber mindestens sechs derartige Fälle sollen sich im vergangenen halben Jahr ereignet haben. Schon der Raub eines Huhns aus Nachbars Garten kann tödlich enden. Dazu kommen Ereignisse wie in der Altstadt von Santo Domingo, wo Nac...


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