Anlass zum Nachdenken

Trotz Krisenpolitik und einer SPD in der Regierung: Die Linkspartei hat bei den Wahlen stagniert. Das kann kein »Grund zur Freude« sein

  • Von Tom Strohschneider
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Linken-Politiker haben in ersten Reaktionen das Abschneiden ihrer Partei als »Grund zur Freude« bezeichnet. Die prozentualen Zahlen drehten im Verlauf des Wahlabends noch - und am Ende steht sogar der Verlust eines Mandats im Europaparlament auf dem Abrechnungszettel. Doch das allein ist es nicht, warum man eher von einem Anlass zu großer Nachdenklichkeit reden sollte.

Das Ergebnis der Europawahl ist von links betrachtet nichts für kleines Karo, im verengten Blick aufs hiesige Länderergebnis wird man das ganze, komplizierte Bild ebenso wenig erkennen wie es sich mit dem Verweis auf die Erfolge einzelner linker Parteien zum Beispiel in Griechenland aufhübschen lässt.

Hierin liegt schon der erste Anlass zur Nachdenklichkeit: Trotz des Anspruch eines gemeinsamen europäischen Wahlkampfs, trotz eines gemeinsamen Spitzenkandidaten - es kann von einem linken europäischen Aufbruch nach diesen Wahlergebnissen nicht die Rede sein....


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