Nicht die erste allgemeine Verunsicherung

Nach dem Personal-Papier in der Linkspartei: Gysi glaubt »an diese Kiste nicht«, Kipping hat es »nie vorher gesehen«

  • Von Tom Strohschneider
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

In der Wissenschaft gilt Robert Michels »Ehernes Gesetz der Oligarchie« von 1911 eigentlich als überholt. Parteien scheinen aber immer wieder den Versuch anzutreten, die Behauptung des deutsch-italienischen Soziologen zu bestätigen: Danach würden sich Führungsgruppen in Organisationen mehr und mehr an Eigeninteressen orientieren, politische Ziele der Gesamtheit treten in den Hintergrund.

Der Fall des brisanten Personal-Papiers, das von vor der Bundestagswahl stammen soll und in dem Politiker der LINKE als »personelle No-gos« bezeichnet werden, könnte als Beleg einer solchen Oligarchisierung interpretiert werden. Es steht für einen Ansatz, der die Weiterentwicklung einer linken Partei zuvörderst unter der Maßgabe kaderpolitischer Entscheidungen sieht, die mit der Sicherung von eigenen Ressourcen, Machtansprüchen und so fort verbunden sind.

Katja Kipping hat nun in einer »Klarstellung« erneut zurückgewiesen, etwas mit dem ...


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