Lieben ohne Begierde

Immer mehr Menschen in Deutschland bekennen sich offen zu ihrer asexuellen Lebensweise

Noch vor wenigen Jahrzehnten war das Sexualleben in unserer Gesellschaft streng reglementiert. Wer sich anders verhielt als erwünscht, geriet rasch in Verdacht, nicht »normal« oder gar krank zu sein. Dies galt auch und vor allem für die sexuelle Orientierung von Menschen, bei der man gewöhnlich drei Formen unterscheidet: Hetero-, Homo- und Bisexualität. Eine solche Klassifikation mag in praktischer Hinsicht durchaus zweckmäßig sein. Gleichwohl spiegelt sie nur unzureichend die schier unerschöpfliche Vielfalt sexueller Interessen und Aktivitäten wider. Schon 1948 stellte der amerikanische Sexualforscher Alfred Kinsey dazu treffend fest: »Die lebendige Welt ist ein Kontinuum in all ihren Aspekten. Je eher wir uns dessen in Bezug auf das menschliche Sexualverhalten bewusst werden, um so eher werden wir zu einem wirklichen Verständnis der Realitäten gelangen.«

Zu diesen Realitäten gehört auch, dass manche Menschen gar kein erotisc...


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