»Unglaublich! So noch nie gehört«

Festspiele Mecklenburg-Vorpommern 2014: ein Tagebuch, unvollendet

  • Von Gerhard Müller
  • Lesedauer: ca. 7.0 Min.
Freitag, 20. Juni, Wismar, Georgenkirche

Draußen gibt es Rostocker Bier, drinnen das »Heldenleben«. Von Richard Strauss. Die Menschen drängen sich, man sitzt auf unbequemen Stühlen, die zum Heldentum gehören. Erst kommen Reden, dann hebt Maestro Semjon Bychkow den Stab, und es erschmettert ein »Heldenleben«, angeblich eine zweite Eroica. Doch warum hört man nicht das Eulenspiegelhafte? Es ist eine narrative Narretei des jungen Strauss und vervollständigt den Zyklus von »Don Juan«, »Eulenspiegels lustigen Streichen« und »Don Quixote« zur Tetralogie. Der »Held« dieser Ton-Dichtung ist der Komponist selber, seine »Widersacher« sind seine Kritiker, die Walstatt, mit Violinsolo möbliert, die eheliche Wohnung, »des Helden Friedenswerke« die Kompositionen von Strauss selbst. Es handelt sich um ein Gegenstück zu Thomas Manns ironischem Bürgerhelden-Roman »Die Buddenbrocks«. Semjon Bychkow brachte das mit dem NDR-Sinfonieorchester vorzü...


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