Zwischen Widerstand und Kompromiss

NVA-Waffenverweigerer treffen sich in Wittenberg - kritisch sind viele heute noch

  • Von Ulrike Gramann
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Obwohl etwa die Gewissensprüfung, wie es sie bei Kriegsdienstverweigerern in der BRD lange gab, entfiel, mussten die Bausoldaten in der DDR häufig mit Benachteiligungen leben.

»Friedenszeugnis ohne Gew(a)ehr« überschreibt die Evangelische Akademie Wittenberg ihre Einladung zu einem Kongress von und über Bausoldaten der DDR, der am ersten Septemberwochenende in der Lutherstadt stattfindet. Der Kongress nimmt die Einrichtung des waffenlosen Bausoldatendienstes vor 50 Jahren zum Anlass für einen programmatischen Rundumschlag, der vom 1. Weltkrieg bis zur gegenwärtigen militärgestützten deutschen Außenpolitik reicht und sogar Bezüge zur frühchristlichen Friedensethik herstellt. Die Geschichte der Bausoldaten soll in ihren historischen Zusammenhang gesetzt werden, erklärt Akademiedirektor Friedrich Kramer. Schließlich hätten sie in Konflikt mit einem Staat gestanden, der Friedenspolitik allein für sich beanspruchte. Viele ehemalige Bausoldaten setzen sich auch heute kritisch mit dem Militär auseinander, suchen bewusst nach politischen Positionen, betonen ihre Distanz zu Ideologien.

War im Westen bereits ...


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