Oury Jalloh: Bundesgerichtshof will nächste Woche entscheiden

Staatsanwalt nennt Vorgehen der Polizei »Riesenschlamperei« /Pro Asyl kritisiert »Mauer des Schweigens« seitens der Polizei

Vor fast zehn Jahren starb der Flüchtling Oury Jalloh in einer brennenden Polizeizelle in Dessau. Niemand kam ihm zur Hilfe. Der Fall hat seither mehrfach Gerichte beschäftigt. Der Bundesgerichtshof verkündet nächste Woche ein neues Urteil.

Karlsruhe. Fast zehn Jahre nach dem Feuertod von Oury Jalloh hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe die bis heute ungeklärten Ereignisse auf einem Polizeirevier in Dessau neu betrachtet. Zum Abschluss einer mehr als zweistündigen Verhandlung sagte die Vorsitzende Richterin Beate Sost-Scheible, der Strafsenat sehe »noch erheblichen Beratungsbedarf«. Das Urteil kündigte sie für Donnerstag nächster Woche an.

Der damals 21-jährige Asylbewerber aus Sierra Leone kam im Januar 2005 bei einem Brand in seiner Zelle im Polizeirevier Dessau in Sachsen-Anhalt ums Leben. Er war dabei an Händen und Füßen auf einer Matratze gefesselt.

Der verantwortliche Dienstgruppenleiter des Reviers wurde in einem ersten Prozess vom Landgericht Dessau freigesprochen. Das Gericht ging davon aus, dass der betrunken festgenommene Jalloh den Brand mit einem Feuerzeug selbst gelegt hatte. Dieses Urteil hob der BGH 2010 auf. Im zweiten Verfahren wur...


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