Hängepartie in Kabul

Beim Streit um das Präsidentschaftsvotum geht es um die Demokratie in Afghanistan

  • Thomas Ruttig
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Wieder einmal war dieser Tage in Kabul von einem »Durchbruch« beim Streit um das afghanische Präsidentenamt die Rede. Ein Dokument dazu solle »bald« folgen.

Über ein Vierteljahr nach der Stichwahl für das Präsidentenamt in Afghanistan hält die Hängepartie zwischen beiden Bewerbern an, scheint aber nun in ihre letzte Phase gegangen zu sein. Inzwischen bestätigte die Unabhängige Wahlbeschwerdekommission (unter ihrer englischen Abkürzung IECC bekannt) den Eingang der Ergebnisse eines Audits aller bei der Stichwahl zwischen Ex-Außenminister Abdullah Abdullah und Ex-Finanzminister Aschraf Ghani am 14. Juni abgegebenen über acht Millionen Stimmen. Auf diese Überprüfung hatten sich beide Kandidaten geeinigt, denn nach vorläufigen Endergebnissen hatte Ghani seinen Rückstand von 13 Prozent und fast 900 000 Stimmen aus der ersten Runde am 5. April in einen 13-Prozent-Vorsprung verwandelt und dabei seinen Stimmenzahl fast verdoppelt.

Abdullah legte sofort Einspruch ein. Er sprach von Betrug in »industriellem Ausmaß« - eine Wiederholung der Fälschungswahl 2009, bei der er dem nun scheidenden ...


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