Kartell des Schweigens

TV-Tipp: »Die Auserwählten« zeigt die sexuelle Gewalt gegen Schüler an der Odenwaldschule aus der Opferperspektive

  • Von Katharina Dockhorn
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Auf eine Mauer des Schweigens trafen Ende der 1990er Jahre Schüler der Odenwald-Schule, als sie von den regelmäßigen sexuellen Übergriffen auf sie durch den einstigen Leiter der Vorzeigeeinrichtung der Reformpädagogik berichteten. Die Vorfälle wurden vertuscht. Die Traumatisierten ließen sich jedoch nicht einschüchtern. Und so beginnt Christoph Röhls Drama »Die Auserwählten« mit dem Auftritt ehemaliger Schüler bei einer Jubiläumsfeier. Ihre erschütternden Beichten glauben weder Eltern noch Behörden.

Röhl weiß, wovon er spricht. Er war selbst Tutor an der Odenwald-Schule. Nach der Aufdeckung des Skandals holte er betroffene Absolventen der Schule für den Dokumentarfilm »Und wir sind nicht die Einzigen« vor die Kamera. Anschließend konzipierte er im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ein eLearning-Projekt, das Lehrer, Ärzte, Krankenschwestern und Mitarbeiter in Jugendämtern für den Umgang mit dem Thema sens...


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