Die Drogenpolitik hat verpennt

20 Jahre nach der Gründung von Eve&Rave startet am Görlitzer Park die Cannabis-Revolution

  • Von Marlene Göring
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Eve&Rave war in den 90ern einer der ersten Vereine, der über Drogen aufklärte, statt sie zu verteufeln. 20 Jahre später reagiert die Politik: 2015 beantragt Kreuzberg die ersten Coffeshops Deutschlands.

Wenn Hans Cousto über Techno redet, verwandelt er sich. Dann sieht man nicht mehr die vielen Falten auf seinem Gesicht. Dann leuchten die wässrigen Augen wieder wie die eines Teenagers. 66 Jahre ist Cousto alt. Im Sommer lässt er kein Rave aus. »Feiern ist mein Yoga«, sagt er.

Und Rausch ist sein Leben. Für das Recht darauf setzt sich der Mathematiker seit Jahrzehnten ein. Er schrieb Bücher, gründete Eve&Rave, einen Verein für Drogenkonsumenten. Am Sonntag hat er 20-jähriges Jubiläum gefeiert - so halb. Denn Eve&Rave Berlin existiert nur noch auf dem Papier. Seine Hauptaufgabe darf der Verein nicht mehr ausführen: Drogen auf gefährliche Zusätze testen. 1999 verbot das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) der Charité, Substanzen von Eve&Rave anzunehmen und zu analysieren. In Österreich und der Schweiz gibt es den Verein noch. Dort testen heute öffentliche Stellen, ob Pillen »sauber« sind. Die ...


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