Junge Juristen ohne Gnade

Umfrage zeigt Hang zu schärferen Strafen / Todesstrafe und Folter gewinnen Anhänger beim juristischen Nachwuchs

  • Von Marian Krüger
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Wie eine Langzeitstudie zeigt, wünscht sich fast ein Drittel derbefragten Jura-Studenten die Wiedereinführung der Todesstrafe. Mehr als jeder Vierte hält Folter für zulässig.

Der Erlanger Strafrechtsprofessor Franz Streng untersuchte im Zeitraum von 1989 bis 2012 die Meinungen von Studierenden. Dazu ließ er 3133 Besuchern seiner Vorlesungen anonym einen Fragebogen ausfüllen. Während sich in einer vorgelagerten Studie im Jahre 1977 nur 11,5 Prozent für die Todesstrafe aussprachen, taten dies 2012 bereits 31,9 Prozent. Auch die Hemmung, Folter einzusetzen, sinkt offenbar beständig. In einer zwischen 2003 und 2010 durchgeführten Zusatzuntersuchung hielten 22,1 Prozent der Befragten Folter für zulässig, wenn dadurch Menschen gerettet würden. Zur Abwehr von terroristischen Angriffen mit Massenvernichtungswaffen sind dann schon 29,2 Prozent der Nachwuchsjuristen zur Toleranz für Folter bereit. Nur eine Minderheit von 42 Prozent steht noch ohne Wenn und Aber zum Folterverbot des Grundgesetzes und der Europäischen Menschrechtskonvention.

Diese bizarren Vollstreckungsfantasien sind allerdings nur der zugespitzte Aus...


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