Kaum Schattengewächse

»Das explodierte Ich« von Jana Simon ist eine Liebeserklärung an das Porträt

  • Von Christina Matte
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Vor zehn Jahren hat die Journalistin Jana Simon mit »Alltägliche Abgründe« ihren ersten Reportageband vorgelegt, jetzt folgte ein zweiter. Er vereinigt Reportagen, die sie zwischen den Jahren 2006 und 2014 in der Wochenzeitschrift »Die Zeit« oder im »Zeitmagazin« veröffentlichte. Diesem Band vorangestellt hat sie eine »Liebeserklärung an das Porträt« - bei der es zu verweilen lohnt.

Für Jana Simon ist das Porträt eine Form der Reportage, »die Form der Reportage, bei der sich das Thema, das Erlebte, die Geschichte, in einem Menschen verdichtet«. Nur teilweise verständlich ist ihr die Geringschätzung, die Kollegen diesem Genre gelegentlich entgegenbringen. Reportern, so schreibt sie, werde eine »gewisse Unkenntnis« unterstellt, die sie mit dem Mittel der Einfühlung wettzumachen versuchten, was dazu führe, dass sie psychologisierend die Innensicht eines Menschen annähmen. Reportagen gäbe es immer seltener. Simon: »Damit meine ich nicht de...


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