Tanz, Leopold, tanz

Vera Nemirova inszenierte Richard Strauss’ »Rosenkavalier« am Deutschen Nationaltheater Weimar

  • Von Roberto Becker
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

So kann es gehen im deutschen Stadttheaterland: Da vertrauten die Intendanten in Meiningen und Altenburg ihren Strauss-Jubiläums-»Rosenkavalier« dem Regienachwuchs an, bei dem man nie weiß, ob er reif ist für dieses sonderbar leicht gewebte, gleichwohl tief lotende Meisterwerk über die Zeit, die Liebe und das Leben. Und in Weimar leistet sich Generalintendant Hasko Weber mit Vera Nemirova eine Regisseurin, die längst zu den überregional Etablierten der Zunft gehört. Dann aber überraschen Rudolf Frey mit einer stimmig tiefblickigen und Marius von Meyenburg mit einer der dunklen Seite der Vergänglichkeit kühn nachspürenden Deutung im Süden und Osten Thüringens. Im Vergleich damit sieht das Nationaltheater in der kulturellen (ja, doch:) Metropole des Freistaates, in der obendrein Harry Graf Kessler einst seinen Teil zum Rosenkavalier-Plot beisteuerte, ganz schön blass aus.

Nicht, dass es richtig schief gegangen wäre. Das nicht. Geht auch ...


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