Empörung in Sömmerda

Rassistischer Vorfall setzt Landrat unter Druck / »Willkür« von Behörde seit langem bekannt

  • Von Astrid Schäfers
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Das Fernsehen hat den herablassenden Umgang einer Ausländerbehörde in Thüringen mit Flüchtlingen gezeigt. Offenbar gab es dort mehrere Vorfälle dieser Art.

Am 20. November zeigte die ARD in ihrer Sendung »Monitor« mit versteckter Kamera gefilmte Aufnahmen eines Besuchs eritreischer Flüchtlinge in der Ausländerbehörde im thüringischen Sömmerda. In dem Beitrag tritt der Sachgebietsleiter der Behörde äußerst aggressiv gegenüber einem der Flüchtlinge auf, bezeichnet diesen als zu »dumm«, um eine Waschmaschine zu bedienen und sagt am Ende drohend und mit einem Schlüsselanhänger herumwedelnd: »Wenn ihm das alles nicht passt, hat er die Möglichkeit, die Bundesrepublik Deutschland zu verlassen.«

Der Beitrag löste eine Welle der Empörung in Sömmerda aus, in Folge derer Landrat Harald Henning (CDU) unter Druck geriet. Schließlich forderte er den Sachgebietsleiter und seinen Mitarbeiter zu einer schriftlichen Stellungnahme auf, nach dessen Erhalt er »arbeitsrechtliche und disziplinarische Schritte« einleiten will. Er werde das Team in der Ausländerbehörde personell mit einem Englisch sprech...


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