Lieber Neuseeland als Knast

Gegen Tim H. läuft das Berufungsverfahren wegen der Anti-Nazi-Proteste in Dresden

  • Von Simon Poelchau
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Eigentlich sei er ganz optimistisch, sagt Tim H. und bestellt sich eine Pizza mit Schinken und Pilzen. Gerade ist der erste Schnee des Jahres gefallen, und Tim H. sitzt in einer Szene-Pizzeria unweit seiner Arbeit in Berlin-Mitte. Wenn alles gut geht, so erzählt der fast zwei Meter große Hüne mit Rauschebart, will er im kommenden März mit seiner Familie für einige Wochen nach Neuseeland fahren. Dann beginnt für ihn die Elternzeit. Tim H. ist nämlich vor kurzem zum zweiten Mal Vater geworden. Doch davor heißt es noch einmal bangen und Daumen drücken.

Das Dresdner Amtsgericht verurteilte den 37-Jährigen vor knapp zwei Jahren zu 22 Monaten Gefängnis ohne Bewährung, obwohl er nicht vorbestraft war, und für Taten, die er nicht selbst begangen hat. Körperverletzung, besonders schwerer Landfriedensbruch und Beleidigung wurden Tim H. zur Last gelegt. Das einzige, was er gemacht haben soll: im Februar 2011 bei der Blockade des einst gr...


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