Kleinigkeiten eines Großbildhauers

Der Galerist Wilfried Karger stellt im Stilwerk filigrane Bronzen von Jürgen Weber aus

  • Von Harald Kretzschmar
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Wir hatten mal Zeiten, da gab es nicht nur Großschriftsteller, also wahre Epiker, die monumentale Jahrhundertwerke schrieben, Robert Musil und Thomas Mann etwa. Ihnen zur Seite könnten wir mühelos Schöpfer von Skulpturen mit großer Geste stellen, welche jeweils eine große Öffentlichkeit in Atem hielten. Ich wage es, sie Großbildhauer zu nennen. Alfred Hrdlicka gehörte in erster Linie dazu. Aber der Italiener Giacomo Manzu, die Französin Niki de Saint Phalle und der Brite Henry Moore standen ihm nicht nach. Gleichermaßen populär und elitär war ihre Ausstrahlung.

Wir Deutschen taten uns immer schwer damit. War Fritz Cremer am Ende zu frustriert, Ähnliches zu wagen? Sein Landsmann Jürgen Weber war nicht schüchtern, und expandierte von Braunschweig aus bundesrepublikweit, und das gegen den Mainstream. Wüsten Beschimpfungen von etwas, das sich dazumal noch Kunstkritik nannte, trotzte er, weil er ein Publikum fand.

Die vermein...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.