Athens calling?

Ein Beitrag zur Debatte über die SYRIZA-geführte Regierung in Griechenland als Herausforderung für die Linke hierzulande

  • Von Moritz Warnke
  • Lesedauer: ca. 9.0 Min.

Der europäische Frühling hat in Athen begonnen. Eine Woche nach der griechischen Wahl zogen 200.000 Menschen durch Madrid, das Motto: »Wir haben keine Angst mehr. Die Angst ist jetzt auf der anderen Seite.« Auf vielen Schildern las man ein einfaches »Tic Tac Tic Tac...«, um den Herrschenden zu signalisieren, dass ihre Zeit abgelaufen ist. Und wen es beim Lesen dieser Worte nicht packt, der sollte sich die Rede von Pablo Iglesias auf youtube anschauen, Iglesias rief den Menschen auf dem übervollen Platz Puerta del Sol zu: »Von der Fähigkeit diesen Zeitpunkt zu nützen, hängt ab, was einer ganzen Generation widerfahren wird […] Madrid, Europa, 31. Januar 2015, Jahr des Wandels. Wir können träumen, wir können siegen!«

In der deutschen Linken bestand zunächst große Sorge angesichts der Koalitionsentscheidung. Zu Unrecht – SYRIZA ist die dominante Kraft dieser Koalition. Die ersten Schritte der Regierung zeigen, dass keine Zugeständnisse nach rechts zu erwarten sind. Natürlich muss für jede progressive Reform eine gesellschaftliche Mehrheit vorhanden sein und von SYRIZA und der gesellschaftlichen Linken erarbeitet und gebildet werden. Angesichts der dramatischen Lage steht jetzt aber die Auseinandersetzung mit der Troika an erster Stelle.

Welche Spielräume der Aufbruch in Griechenland hat, hängt auch davon ab, ob es gelingt, die Kräfteverhältnisse auch im Rest Europas und v.a. in Deutschland zu verändern. Um so erfreulicher, dass Tom Strohschneider und Horst Kahrs in ihrem Artikel »Was tun« zu Recht die Ausrichtung der Diskussion weg von eingeübten »Reiz-Reaktions-Mustern« zur der Frage verschoben haben...


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