Ernteteiler und Fresszellen

In der »solidarischen Landwirtschaft« werden ganz neue Geschäftsmodelle erprobt

  • Von Filip Lachmann, Frankenberg
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Auf dem Hof »Zur bunten Kuh« in Frankenberg bei Chemnitz haben nicht nur Mitarbeiter ein Mitspracherecht, sondern auch Kunden. Diese binden sich durch Monatsbeiträge langfristig an den Hof.

Ina Hoyer sitzt in der urigen Gemeinschaftsküche des Hofs und bereitet einen Salat zu. Vor sieben Jahren kaufte die Chemnitzerin mit ihrem damaligen Mann das Gehöft im benachbarten Frankenberg. Die dazugehörigen 20 Hektar Land waren damals noch verpachtet. Erst vor drei Jahren gingen sie an die Hofchefin zurück. Seither verwirklicht die 45-Jährige hier ihren Traum vom Leben auf dem Land: »Wie ich von der solidarischen Landwirtschaft erfahren habe, kann ich heute gar nicht mehr genau sagen. Auf jeden Fall war mir damals sofort klar, dass ich meinen Hof auf diese Weise betreibe.«

Basis der solidarischen Landwirtschaft ist, dass alle Entscheidungen in Gemeinschaft getroffen werden. Dabei haben sowohl die rund zehn Mitarbeiter des Hofs als auch die Kunden ein Mitspracherecht. In Frankenberg werden die Kunden liebevoll Mitfresser oder Ernteteiler genannt.

Im Gegensatz zu gängigen Geschäftsmodellen zahlen die Ernteteiler nicht...


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