Der Preis von billig

Die Klage gegen KiK könnte Signalwirkung haben

  • Von Thilo Ludwig
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Seit Jahren drückt sich der Textilverkäufer KiK um die Verantwortung des Brandes. Eine Klage von Betroffenen soll dies ändern.

Saeeda Khatoon (49) verlor am 11. September 2012 ihren einzigen Sohn, M. Ijaz Ahmed, 18 Jahre alt. Neben der Schule arbeitete er noch in der Textilfabrik Ali Enterprises im pakistanischen Karachi und war der einzige Ernährer der Familie. »Wir fanden ihn mitten auf den Treppenstufen liegend. Er hat es nicht aus dem Gebäude geschafft und starb auf halbem Wege.« Als Zeugin Khatoon, wie Hunderte Arbeitskollegen von M. Ijaz in den Flammen verbrannten. »Einige sprangen vom Dach, um ihr Leben zu retten. Die anderen verbrannten. Es war viel Sicherheitspersonal und Polizei vor Ort. Aber keiner hat geholfen.«

Khatoon gehört zu den vier Betroffenen des Brandes, welche am Freitag beim Landgericht Dortmund Klage auf Schadensersatz gegen KiK eingereicht haben. Denn dort hat das Unternehmen seinen Firmensitz. Aus Sicht der Menschenrechtsorganisatin ECCHR müssen die Hintergründe des Brandes und die Rolle internationaler Unternehmen aufgeklärt...


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