Dandys in der Jauchegrube

Im Kino: »Tod den Hippies, es lebe der Punk« von Oskar Roehler

  • Von Tobias Riegel
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Die Späthippies? Degenerierte Drogen-, Sex- und Sektenopfer. Die RAF und ihre Sympathisanten? Machtgeile Exzentriker und Rabeneltern - aber wenigstens war die Gudrun gut im Bett. Die westdeutsche Jugend der 80er Jahre? Verwöhnte, egoistische Fieslinge, die dem mit ihnen heranwachsenden Neoliberalismus nichts entgegensetzten, ihn gar durch die eigene Staatsfeindlichkeit noch befeuerten - während sie den damals noch leidlich intakten Wohlfahrtsstaat als Financier ihrer hochtoupierten Amphetamin-Träume nutzten.

Exkremente in quälender Nahaufnahme, schwule Nazis, Speed, Wodka, Haarspray und eine stumpfe, weil unbegründete »No-Future«-Geisteshaltung scheinen für Regisseur und Autor Oskar Roehler wesentliche Faktoren des westdeutschen Punk zu sein. Sein Film »Tod den Hippies, es lebe der Punk« ist eine schroff in Kapitel zerhackte Freakshow, eine Sammlung erfrischend respektloser Momentaufnahmen einer desorientierten Zeit - durchsetzt von aut...


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