Beim Bestatter erwacht

In Gelsenkirchen wurde eine alte Frau irrtümlich für tot erklärt - Patientenschützer kritisieren den Arzt scharf

  • Von Kathy Stolzenbach, Gelsenkirchen
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Zwei Tage nach ihrem unheimlichen Erwachen beim Bestatter ist eine tot geglaubte 92-Jährige nun gestorben. Die Kriminalpolizei ermittelt, die Staatsanwaltschaft Essen ordnete eine Obduktion an.

Es ist ein Albtraum, eine Szene wie in einem Horrorfilm: Eine totgeglaubte Frau erwacht im Kühlraum eines Gelsenkirchener Bestattungsunternehmens. Sie gerät in Panik, schreit. Glücklicherweise hören zwei Mitarbeiter die Geräusche durch die schwere Tür. Sonst wäre die Frau vermutlich im Kühlraum erfroren.

Eigentlich dürfte es eine solche Szene in der Realität nicht geben. Zumindest nicht in Deutschland. Denn es gibt konkrete gesetzliche Vorgaben, nach denen der Tod eines Menschen festgestellt werden muss. »Das darf nur ein Arzt. Bei einer Leichenschau muss er sichere Todeszeichen erkennen«, sagt Thomas Kamphausen, Oberarzt am Institut für Rechtsmedizin der Kölner Uniklinik. Dafür müsse der Körper unbekleidet untersucht werden.

Sichere Todeszeichen seien Totenflecke, die sich 20 bis 30 Minuten nach dem Tod auf dem Körper bilden. Nach zwei bis drei Stunden setze die Leichenstarre ein. Und noch später - je nach Temperatur - würden Verwesungs...


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