Keine Graupen

Gladbachs Tony Jantschke über sein Team, seinen Trainer und den FC Bayern

  • Lesedauer: 3 Min.
Tony Jantschke hat derzeit gut lachen. Seit 2006 spielt der gebürtige Hoyerswerdaer bei Borussia Mönchengladbach. Er wurde unter Trainer Lucien Favre ein fester Bestandteil der Gladbacher Verteidigung und peilt nun die Champions League an. Nach dem 2:1-Sieg bei Hertha BSC sprach Alexander Ludewig mit dem 25-Jährigen.

War Gladbach der gerechte Sieger in Berlin, weil das Team gewann, das Fußball gespielt hat?
Das nicht unbedingt, aber wir hatten einfach die klareren und besseren Chancen. Daran mache ich das fest. Außer dem Tor und einem weiteren Schuss war Hertha BSC nur zum Verteidigen da.

Ihr Team hatte das Abschlussspiel des Spieltages. War der Druck größer, weil Bayer Leverkusen, ihr Konkurrent um den Champions-League-Platz Nummer drei, zuvor gewonnen hatte?
Nein, das spielt im Moment gar keine Rolle, weil es bei uns einfach läuft. Das hat man ja auch gegen Hertha wieder gesehen: Wir tun uns mit dem brutal defensiven Gegner etwas schwer, dann kommen zwei, drei frische Spieler rein und wir gewinnen noch.

Es war nicht das erste Mal, dass Gladbach durch Einwechslungen noch spät zum Sieg kam.
Das zeichnet uns in dieser Saison aus. Und das ist Qualität: Wir einen haben einen guten Kader. Und wir suchen immer bis zuletzt die Chance, ein Tor zu schießen.

Es stimmt also im Team.
Absolut. Die Stimmung ist sensationell, auch drumherum. Was gerade in Gladbach abgeht, das ist unglaublich. Viele vergessen, dass wir den vierten Platz schon fix gemacht haben. Und drei Spieltage vor Schluss haben wir die Chance, Dritter zu werden.

Die Borussia ist jetzt wieder Dritter. Leverkusen gewann gegen eine B-Elf des FC Bayern. War das Wettbewerbsverzerrung?
Nein. Das kann den Bayern keiner übel nehmen. Die haben es sich ja erspielt, schon so zeitig Meister zu werden. Und es tun ja viele so, als ob gegen Leverkusen nur irgendwelche Graupen bei Bayern gespielt haben. Nein, es war immer noch eine richtig richtig gute Bundesligamannschaft. Und Leverkusen ist einfach im Moment auch total stark und gehört mit uns und den Bayern zu den drei besten Rückrundenteams. Verrückt ist es aber schon: Wir gewinnen schon fast alles in der Rückrunde und müssen trotzdem immer wieder nachlegen.

Für die Entwicklung von Mönchengladbach steht Trainer Lucien Favre. Was zeichnet ihn aus?
Unser Trainer ist einfach super. Er arbeitet sehr akribisch, ist extrem detailversessen. Und er lässt uns aus einer guten Defensive immer nach vorne spielen. Als er im Februar 2011 zu uns kam, waren wir am Boden. Mit ihm und etwas Glück haben wir die Relegation geschafft und sind nicht abgestiegen.

Die Kehrseite des Erfolgs ist, dass über viele Spieler diskutiert wird, die die Borussia verlieren könnte. Haben Sie Angst, dass die Mannschaft auseinanderbricht?
Das ist mir im Moment egal, ich konzentriere ich mich nur auf die letzten Spiele. Dann mache ich Urlaub. Und dann gucke ich mal, wer in der Kabine sitzt und wer nicht.

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