»Wir können den Kampf um Befreiung nicht delegieren«

Der marxistische Theoretiker John Holloway über die Kraft, die er aus den Bewegungen in Chiapas und Rojava zieht

  • Von Ismail Küpeli
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Sie als marxistischer Theoretiker begleiten seit vielen Jahren die zapatistische Bewegung solidarisch. Welche »Lektionen« finden Sie am lehrreichsten?
Als erstes müssen wir verstehen: Unsere Ideen, Konzepte und Theorien kommen von den sozialen Bewegungen und deren Kämpfen. Die Intellektuellen sollten sich daher stärker als Teil dieser Bewegungen sehen. Ich verstehe meine Aufgabe insofern eher darin, das auszuformulieren, was den AktivistInnen auf der Zunge liegt und die Erfahrungen aus den verschiedenen Kämpfen zusammenzuführen.

Bevor wir zu den Lektionen der zapatistischen Bewegung kommen, müssen wir die vorhergehenden Lektion verstehen. Viele Bewegungen im 20. Jahrhundert haben versucht, die Staatsmacht zu erlangen, um eine bessere Gesellschaft zu verwirklichen. Diese Ansätze sind gescheitert. Die zapatistische Bewegung war der erste relevante Versuch nach dem Zusammenbruch des Realsozialismus, einen gänzlich anderen Ansat...



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